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Paarweise I, 2011, Acryl auf Leinwand, 40 x 40 cm

 

Die Stadtwandler

Die Protagonisten der Bilder-Serie "Stadtwandler" ziehen ihrer Wege. Mal einzeln, mal zu zweit, mal in kleinen Gruppen sind sie unterwegs, streifen sie durch die Welt. Kreuzen sich ihre Wege, begegnen sie anderen Menschen oder eilen sie zielstrebig einem unbekannten Ziel entgegen?

Durch ihr Erscheinen, ihre Kleidung, ihre Accessoires, vielleicht auch durch ihre Schnelligkeit, geben sie sich als Bewohner der Großstadt zu erkennen: ein schicker pinkfarbener Mantel, ein geschäftsmäßiges Outfit mit Aktentasche. Die dunstigen Farbwolken und die diffuse Lichtführung der Bilder erzeugen eine pulsierende Atmosphäre, in der man Geräusche zu hören und Gerüche zu riechen meint. Die Leinwand atmet Urbanität. Und das, obwohl nicht eine einzige Häuserzeile, eine einzige Straßenflucht dargestellt ist. Klar lesbar und realistisch abgebildet sind einzig und allein die Menschen.

Gelegentlich schleicht sich ein Architekturzitat, ein grafisches Element in Form einer Collage ein und bezeugt, dass auch Fotografie eine Rolle spielt. Fotos bilden außerdem die Grundlage für die Darstellung der Figuren, sie sind entstanden in den Megacities Taipei, Tokio und New York.

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Nebeneinander, 2008, Acryl auf Leinwand, 100 x 120 cm

 

Station Tokio

Abschalten, Ausharren, Durchstehen

Die Künstlerin macht zehn Monate Station in Tokio. Von Taiwan kommend verändern sich die Dimensionen erneut: an die Stelle von 7,8 Millionen Einwohnern im Großraum Taipei treten 33 Millionen in Tokio. Ihr Weg führt sie nun jeden Tag mit dem Zug von Shimo Kitazawa nach Shinjuku, dem größten Bahnhof der Welt, der täglich unvorstellbare drei Millionen Menschen hin und her bewegt. In der Serie sind diese Menschen im Zug zum Thema geworden. Dicht an dicht ist Abschalten, Ausharren, Durchstehen die Devise. So als würde für die siebeneinhalb Minuten Zugfahrt der Atem angehalten.

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Torre 9, 2009, Acryl und Collage auf Leinwand, 30 x 30 cm

 

 

Torre

Im spanischen Torrecilla en Cameros in la Rioja fand 2008 das Symposium Torrefactum '08 statt, zu dem die Künstlerin eingeladen war.  Dort entstehen innerhalb einer Woche mehrere große und kleine quadratische Formate, die geprägt sind durch den Ort, das Dorf und seine Menschen. Die Inspiration hält auch nach der Rückkehr nach Deutschland noch über Monate an und es entsteht eine ganze Serie abstrahierter Bilder. Ohne einen konkreten Ort abzubilden entstehen Räume, die von Licht und Farbe durchdrungen sind.

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Goldkopf, 1998, Acryl und Collage auf Leinwand, 39,5 x 30 cm

 

Clockwise - Im Uhrzeigersinn

Im Jahr 1997 hat sich die Künstlerin in Bewegung gesetzt und ist in Taiwan in Taipei angekommen. Dort galt es die neue Umgebung zu erkunden – als Fremde das Neue, Andere zu sehen und wahrzunehmen. Die Lebendigkeit der Großstadt hat die Neugierde auf diese ganz andere Kultur genährt und reichlich Material für die künstlerische Arbeit geliefert.

Es sind durchaus alltägliche Dinge, die ins Blickfeld geraten: Häuserfronten, verbaut, verschachtelt, mit vergitterten Balkonen und gekachelten Fassaden versehen. Oder winzig kleine, aber hohe Teetässchen, die nur zum Riechen dienen, während aus den niedrigen Tässchen der Tee getrunken wird. Oder der Verkehr der Millionenstadt, chaotisch ungeregelt setzt sich das Prinzip des Umfließens durch. Nie erscheinen die Dinge klar und geordnet, was sich auch in der Sprache niederschlägt, die kein definitives Ja oder Nein kennt, sondern nur ein "richtig",  "ist" und "hat" und die jeweilige Negierung.

Die Bilder, die nun entstehen sind vorwiegend abstrakt und geben dieser Vielfalt Raum. Nold hat eine Malerei in Schichten entwickelt mit Übermalungen, Hervorhebungen, transparenten Partien, die darunterliegende Schichten erahnen lassen. Bedruckte Papiere und Schwarzweiß-Fotografien von Häuseransichten werden integriert, wiederum übermalt und mit Zeichnung versehen. Schicht um Schicht baut sich das Bild auf und lässt den Betrachter von vorne nach hinten und innen schauen, macht unterschiedlichster Interpretation Platz. Transparenz  und Dichte sind die zentralen Merkmale dieser Arbeiten.

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